Allgemeines zum Squaredance


Squaredance, was ist das?

Allemande left, spin the top, wheel and deal ...

 

Zuschauer verstehen nur "Bahnhof". Doch die Tänzerinnen und Tänzer können problemlos diese Vokabeln in Tanzschritte umsetzen. Bei öffentlichen Auftritten werden Squaredancer oft wie Exoten bestaunt. Ihr Outfit wirkt wie ein Relikt aus den 5oer Jahren. Die Petticoats der Tänzerinnen sind eine Orgie in Tüll, die sich unter den knielangen Röcken bauschen; die Herren mit Westernhemden, "collar tips" (den verzierenden Kragenecken) und "bolo ties" (den geflochteten Kragenschnüren.

 

"Square up" heißt es, wenn sich die Tänzerinnen und Tänzer zum Tanzen aufstellen sollen, wenn der "Caller" seine Musikanlage aufdreht und das Mikrofon in die Hand nimmt. Mit einem Sprechgesang ruft er den Tänzerinnen und Tänzern die zu tanzenden Figuren zu. Keiner der Tänzer kennt den nächsten Schritt (doch lässt sich nach jahrelanger Übung die eine oder andere Figurenfolge schon erahnen.). Der Caller kombiniert die Tanzfiguren ganz spontan und bringt die Tänzer, wenn alles klappt, nach Ende der Tanzfolgen wieder in ihre "home position"; d. h. auf ihren Ausgangsplatz zurück. Für Außenstehende erscheinen diese Tanzfolgen als das totale Chaos; in Wirklichkeit aber ist es ein wunderbar funktionierendes System (wenn die Tänzerinnen und Tänzer auch wirklich die Figuren befolgen und korrekt austanzen).

Ohne Fleiß kein Preis

Auch dieses Sprichwort passt perfekt zum Squaredance. Um später weltweit mittanzen zu können, müssen Anfänger zunächst eine sogenannte Class besuchen; einem an ca. 40 Abenden umfassenden Tanzkurs, in dem 71 Figuren erlernt werden. Vokabeln pauken inklusive. Ohne Englisch geht hier nichts, was aber niemanden zurückhalten sollte, der diese Sprache nicht beherrscht.

 

Keine Angst! "Angels" sind im Unterricht sprichwörtlich die rettenden Engel. Sie helfen beim Tanzen ebenso wie beim Kontakteknüpfen zum Squaredance Club.

 

Nach der Graduation, einer Prüfung im Rahmen einer Abschlussfeier, steht der Aufnahme in einen der über 450 deutschen Squaredance-Clubs nichts mehr im Wege.

 

Text: Günter Guse